Chronik von 1974 bis 1991
1974: 72. Bezirks-Feuerwehrtag in Prutz
Anwesend: 117 Delegierte und 22 Bürgermeister.
BFKDT Rudolf Hueber gibt einen Rückblick über das Geschehen. Besonders erwähnenswert und erfreulich: Beim Lehrgangsbesuch an der Landes-Feuerwehrschule ist der Bezirk Landeck führend.
Zentrales Anliegen aller ist die Verbesserung der Alarmierung und der vorbeugende Brandschutz.
1975: 73. Bezirks-Feuerwehrtag in Landeck
Die neue Drehleiter hat S 2.371.000.- gekostet und ist in Landeck stationiert.
Für Öl- und Strahlenunfälle ist die Ausrüstung sehr mangelhaft. Verbesserungswürdig ist auch die Katastrophenausrüstung. Beim Ausfüllen der Einsatzberichte liegt es noch im Argen.
Die vollsynthetischen Schläuche erfüllen nicht die Erwartungen, die Lebensdauer ist wesentlich kürzer als angegeben.
1976: 74. Bezirks-Feuerwehrtag in Schönwies
Es werden Überlegungen angestellt, in jedem Bezirk ein Fahrzeug für Öleinsätze und einen 20-KVA-Stromerzeuger zu stationieren.
Die Alarmpläne der Feuerwehren müssen unbedingt überarbeitet werden.
1977: 75. Bezirks-Feuerwehrtag in St. Anton
Es wird ein Schwerpunkt für die Beihilfenvergabe angekündigt. Große und wichtige Anschaffungen (Atemschutz, Funk) sollen besonders unterstützt werden.
Das von Ludwig Wasle angeregte Tauschsystem für Atemluftflaschen wird bald kommen. Die Bürostunde (jeweils Mittwoch von 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr) des Bezirksverbandes wird eingeführt.
Die Anschaffung einer großen Bergeschere ist finanziell gesichert. BFI Regensburger klagt, dass Fahrzeuge, die gefährliche Stoffe transportieren, nicht oder falsch gekennzeichnet sind. Eine spezielle Schulung für Sonderlöschmittel wird vorgeschlagen und empfohlen.
1978: 76. Bezirks-Feuerwehrtag in See
Im Berichtsjahr waren keine besonderen Vorkommnisse, die Übungstätigkeit war sehr rege.
Die Feuerwehren übernehmen Aufgaben, die sie von der Aufgabenstellung und der Gesetzgebung her eigentlich gar nicht machen müssten, wie selbstverständlich. Die modernen Gebäude stellen die Feuerwehren vor immer neue Probleme.
Neuwahlen.
1979: 77. Bezirks-Feuerwehrtag in Pettneu
Im Berichtsjahr waren wenige Einsätze zu bestreiten. Das Aufkommen der Brandmeldeanlagen mit Ionisationrauchmeldern schafft unter den Feuerwehren Unbehagen.
Es sind Bemühungen im Gange, im Bezirk mehr Bergescheren zu stationieren. Die Funkstation Florian 16 wird ausgebaut, dass jeder Ort des Bezirks über Funk erreichbar ist.
Der VW LT 35 hat sich als brauchbares KLF erwiesen und voll bewährt. Die ASTAG hat zwei Ford Transit als Schnelleinsatzfahrzeuge in Betrieb genommen, die mit Bergescheren ausgestattet sind, und dauernd Streifendienst im Arlbergtunnel versehen.
Für die Feuerwehren bringen die Gasanlagen in Fremdenverkehrsorten immer mehr Probleme mit sich.
1980: 78. Bezirks-Feuerwehrtag in Pfunds
Der Bergeschlauch, der seit kurzem erhältlich ist, hat sich in Kombination mit einer Leiter als eine ideale Bergemöglichkeit erwiesen.
Bei der Feuerwehr Landeck sind 3 Gasschutzanzüge und ein 27-KVA-Lichtaggregat stationiert, die vom ganzen Bezirk angefordert werden können.
Für den Bezirk Landeck wird ein schweres Rüstfahrzeug angeschafft.
Es ist schade, dass der Gruppenkarren immer mehr in Vergessenheit gerät, man darf seine Bedeutung auch in der heutigen Zeit nicht unterschätzen.
1981: 79. Bezirks-Feuerwehrtag in Zams
Im Berichtsjahr sind 68 Brand- und 55 techn. Einsätze zu verzeichnen gewesen. 29 Wehren sind motorisiert, 27 mit Funk ausgestattet. Die Relaisstationen für die Fixstation „Florian 16“ sind montiert. Erstmals wurden die Abschnittsübungen nach einem neuen Schema ausgetragen: der jeweilige Einsatzleiter (Ortskommandant) erfährt die Übungsannahme erst zehn Minuten vor Übungsbeginn, das Übungsobjekt wird vom Bezirkskommandanten ausgesucht.
Der Bezirkskommandant plant, in jedem Abschnitt eine Bergeschere zu stationieren. Größtes Problem für die Feuerwehren des Bezirkes Landeck sind die 30 Tunnelkilometer, die betreut werden müssen.
1982: 80. Bezirks-Feuerwehrtag in Prutz
Erstmals wird im Bezirk ein Nassbewerb in Kappl durchgeführt. 5 Bergescheren und 7 Bergeschläuche wurden angeschafft. BFI Regensburger weist auf das Parkproblem in den Fremdenverkehrsorten hin und erinnert wieder an die Bedeutung des Handkarrens. Der Strahlenschutzkoffer für den Bezirk Landeck ist eingetroffen.
1983: 81. Bezirks-Feuerwehrtag in Ischgl
In Landeck ist das für den Bezirk bestimmt SRF stationiert, Bezirkskommandant Hueber stellt fest, dass eine Drehleiter für den Bezirk zu wenig ist. Eine diesbezügliche Aktion soll eine Verbesserung bringen. Ziel der nächsten Jahre ist die Vollmotorisierung und die bessere Ausbildung im Atemschutzwesen. Bei der persönlichen Ausbildung fehlt es noch am Schuhwerk; dies schlägt sich in der Unfallstatistik nieder. Eine Einsatzleitung muss aus mindestens drei Mann bestehen.
LFI Dipl.-Ing. Bair führt aus, dass die Feuerwehren bald die ihnen auferlegten Aufgaben nicht mehr erfüllen können. Durch verstärktes Vorbeugen kann dies wettgemacht werden.
Neuwahlen.
1984: 82. Bezirks-Feuerwehrtag in St. Anton
Die Schadenssumme des vergangenen Jahres betrug im Bezirk Landeck 80.000.000.- Bei Bauverhandlungen im Gastgewerbe sollte unbedingt die Landesstelle für Brandverhütung beigezogen werden. Bei Schadensereignissen im Zusammenhang mit gefährlichen Stoffen sind das Erkennen und die Entsorgung die größten Probleme.
1985: 83. Bezirks-Feuerwehrtag in Ladis
Die Lawinenkatastrophen von St. Anton und Ischgl waren die wichtigsten Einsätze des Berichtsjahres. Die Geräte für die Waldbrandbekämpfung sind in Landeck-Perjen stationiert. Es wird geklagt, dass die Fahrzeuge der Feuerwehren zu wenig Kilometer pro Jahr bewegt werden und die TS zu wenig Betriebsstunden aufweisen.
1986: 84. Bezirks-Feuerwehrtag in Ischgl
Die Budgetsumme für das laufende Jahr beträgt S 14.800.000.- Die Gemeinden St. Anton, Ischgl und Nauders haben eine Drehleiter bestellt. 7 Jugendgruppen sind im Bezirk aktiv. Anhand des Strahlenunfalles von Tschernobyl wird der Aufgabenbereich der Feuerwehren im Strahlenschutz erläutert. Dieser Unfall macht auch ein Umdenken in der Strahlenausbildung notwendig. Man muss sich ab jetzt auch mit radioaktivem Niederschlag beschäftigen.
Um Brandmeldeanlagen an die zentrale Alarmierung anschließen zu können, müssen die zwischen dem Landes-Feuerwehrverband und dem Landes-Gendarmeriekommando ausgehandelten Bedingungen eingehalten werden.
1987: 85. Bezirks-Feuerwehrtag in Landeck
Der Schulbesuch an der Landes-Feuerwehrschule ist ausgezeichnet, das Schuhwerk immer noch nicht entsprechend.
Mit der Vermessung für die zentrale Alarmierung wurde begonnen. Die ausrüstungsmäßige Entwicklung der Feuerwehren geht weg vom KLF hin zum LF.
Im Perjentunnel ist noch immer kein Feuerwehrfunk möglich.
Bei Einsätzen muss konsequenter abgesperrt werden.
1988: 86. Bezirks-Feuerwehrtag in Ried
Bezirkskommandant Rudolf Hueber gibt einen Rückblick darüber, was in seiner Zeit als Bezirkskommandant angeschafft wurde. BFI Franz Regensburger ist mit Ende 1987 in den Ruhestand getreten, sein Nachfolger ist Oskar Gstrein.
Die anwesenden Ehrengäste danken den Herren Hueber und Regensburger für ihre Arbeit im Feuerwehrwesen.
Neuwahlen.
1989: 87. Bezirks-Feuerwehrtag in Tobadill
Personelle Veränderungen beim Landes-Feuerwehrverband: Ing. Willi Gruber löst Dipl.-Ing. Karl Blair als Landes-Feuerwehrinspektor ab; Reinhold Greuter wurde zum stellvertretenden Landes-Feuerwehrkommandanten gewählt.
Künftig sollte jeder neu eintretende Feuerwehrkamerad einen Grundlehrgang absolvieren. Die große Zahl an Fremdenbetten stellt immer größere Aufgaben an die Feuerwehren des Bezirkes.
LFI Gruber mahnt, im Einsatzfall nichts unüberlegt und überstürzt zu befehlen. Wörtlich meinte er, für Heldentum ist kein Platz in der Feuerwehr.
Ergänzungswahlen.
1990: 88. Bezirks-Feuerwehrtag in Pettneu
152 Einsätze waren im abgelaufenen Jahr zu verzeichnen. Die zentrale Alarmierung wurde weiter ausgebaut. Für das Obere Gericht werden drei Schutzanzüge angeschafft.
Der neue Modus, nach dem die Grundlehrgänge abgewickelt werden, hat sich bewährt.
LFI Gruber meint, die Feuerwehren sollen eine gute Grundausbildung haben, eine Ausrüstung für alle Fälle ist nicht möglich. Mit einem gewissen Restrisiko muss gerechnet werden. Neuerlich weist er auf die Bedeutung der Einsatzleitung als Gremium für die Entscheidungsfindung hin.
1991: 89. Bezirks-Feuerwehrtag in Serfaus
Die Arbeit im vorbeugenden Brandschutz im Bezirk Landeck ist gut. Damit kann man auch geringe Brandschadenssummen von 6.500.000.- erklären.
Das Maß für die Beurteilung der Leistung der Feuerwehren sollte nicht die Schadenssumme sein, sondern die Werte, die durch das Eingreifen der Feuerwehr gerettet wurden.
Bei 85% der technischen Einsätze besteht Gefahr für Menschenleben. Größere Wehren müssen an Arbeitsteilung denken. Bei jedem Schadensereignis kann nicht die ganze Truppe alarmiert werden. Es wird die Forderung aufgestellt, dass innerhalb von 15 Minuten jeder Ort mit einer Bergeschere erreicht werden kann.
Das Problem der Auslösung von Fehl- und Täuschungsalarmen von Brandmeldeanlagen wurde eingehend diskutiert.



