Chronik von 1890 bis 1931
1890: 1. Bezirks-Feuerwehrtag in Landeck
Der 1. Bezirks-Feuerwehrtag wurde 1890 von Dr. Krapf einberufen. Die Wahlen brachten folgendes Ergebnis:
Obmann: Josef Müller
Schriftführer: Alfons Hueber
Kassier: Anton Handle
Weitere Aufzeichnungen sind nicht bekannt.
1907: 18. Bezirks-Feuerwehrtag in St. Anton
Obmann Schueler meldet, dass im Berichtsjahr kein Einsatz zu verzeichnen war. Damals gab es einen „80 % Feuerwehrfonds“, aus dem die Beihilfen ausbezahlt wurden. Landesverbandsobmann Baron von Graff meinte, dass die Oberländer im Feuerwehrwesen sehr flau sind. Bezirkshauptmann Dr. Schweiger verteidigte daraufhin die Feuerwehren.
Neuwahlen.
1908: 19. Bezirks-Feuerwehrtag in See
Der Vertreter des Landes-Feuerwehrausschusses, Herr Hummel, berichtet über die Haftpflichtversicherung und empfiehlt, dieser beizutreten.
Neuwahlen.
1909: 20. Bezirks-Feuerwehrtag in Pettneu
Obmann Ludwig Schueler fordert die Feuerwehren auf, rechtzeitig die Unterstützungsansuchen zu stellen.
Neuwahlen.
1910: 21. Bezirks-Feuerwehrtag in Landeck
Gottfried Ladner aus Kappl berichtet, dass es durch Aufklärung gelungen ist, 300 Versicherungen neu abzuschließen oder umzuschreiben. Der Vertreter des Landes-Feuerwehrverbandes, Haueis, berichtet, dass mit Rücksicht auf die Familie jeder Feuerwehrmann der Sterbekassa beitreten soll. Weiters schlägt er vor, zwei Kassarevisoren aufzustellen, die 14 Tage bis 3 Monate vor dem Bezirkstag die Kassa überprüfen sollen. Als Kassenrevisoren wurden die Herren Handle aus Grins und Zangerle aus Landeck bestimmt.
Neuwahlen.
1911: 22. Bezirks-Feuerwehrtag in St. Valentin/Heide
Im Berichtsjahr ist kein Brand vorgekommen. Der Kassier kann keinen Kassabericht vorlegen, weil noch nicht alle Wehren die Beiträge einbezahlt haben.
Der Bezirkstag war sehr schwach besucht, weil nicht alle Einladungen erhalten haben. Ob das ein Fehler des Schriftführers war, oder ob die Postanstalt nicht zugestellt hat, konnte nicht eruiert werden.
Neuwahlen.
1912: 23. Bezirks-Feuerwehrtag in Stanz
Der Brand von Zams war das Hauptthema dieses Bezirkstages. Offiziell wurde den Feuerwehren von Zams, Landeck, Schönwies, Pians, Grins, Fließ, Prutz, Pettneu, St. Anton und Flirsch sowie den Wehren der Bezirksverbände Imst und Innsbruck gedankt.
Der Kassaeingang betrug 466 Kronen bei einem Mitgliederstand von 1.594 Mann. 2 Heller pro Mann mussten an den Landesverband abgeliefert werden. Kassier Probst stellte den Antrag, den Beitrag pro Mann auf 2 Heller zu belassen, Anton Kolfer jun. Aus Prutz beantragte, den Beitrag auf 5 Heller anzuheben. Probst zog daraufhin seinen Antrag zurück. Der Beitrag wurde auf 5 Heller angehoben.
Herr Sattleder vom Landes-Feuerwehrverband rät den Wehren von einer eigenen Pferdehaltung ab und muntert zum Beitritt zur Feuerwehr-Sterbekassa auf. Der Zeitung des deutsch-tiroler Landes-Feuerwehrverbandes sollen Berichte gesendet werden.
Ladner referiert über die Verwendbarkeit der Trag- und Buttenspritzen in gebirgigen Gegenden und appelliert an die Wehren, ja keine politischen und persönlichen Fehden in die Feuerwehr hineinzuziehen.
Anstelle von Johann Schmid aus Pians, der verstorben ist, wird Adolf Handle aus Grins in den Ausschuss gewählt.
1913: 24. Bezirks-Feuerwehrtag in Ischgl
Gottfried Ladner aus Kappl wird statt Vinzenz Kurz Löschinspektor. Die Herren Franz Murr aus St. Anton und Alois Jung kommen neu in den Ausschuss.
1914: 25. Bezirks-Feuerwehrtag in Zams
Anwesend: 25 Delegierte von 31 Wehren
Berzirksverbandsobmann Ludwig Schueler will aus gesundheitlichen Gründen seine Funktion zurücklegen. Massive Aufforderungen von allen Seiten, die Funktion weiter auszuüben und die Ernennung zum Ehrenvorstand bewegen ihn, neuerlich zu kandidieren. Der Antrag, dem Postscheckverkehr beizutreten, wird abgelehnt, weil man sich angesichts der tristen finanziellen Lage (Kassastand: 127 Kronen und 75 Heller) die Stammeinlage von 100 Kronen nicht leisten konnte.
Neuwahlen.
1919: 26. Bezirks-Feuerwehrtag in Landeck
Anwesend: 19 Delegierte von 31 Wehren
Obmann Schueler beklagt, dass die Wehren Reschen, Graun und Langtaufers „den Italienern zum Opfer gefallen sind“. Der Jahresbeitrag an den Verband wird von 20 Heller auf 25 Heller erhöht, um den Kassastand von 503 Kronen und 20 Heller aufzubessern und die 1.000m vorbestellten Schläuche bezahlen zu können.
Der Antrag, der jeweilige Feuerwehrkommandant soll in der Brandschadeneinschätzungskommission Sitz und Stimme haben, weil die „diensttuenden Herren im Schadensfalle nicht die notwendige Einsicht haben“, wird einstimmig angenommen.
Löschinspektor Ladner wird zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt.
Neuwahlen.
1922: 27. Bezirks-Feuerwehrtag in Landeck
Anwesend: 14 Delegierte aus 31 Wehren
Für 1922 wird der Mitgliedsbeitrag auf 15 Kronen festgelegt. Allgemein herrscht große Geldnot. Der Kassastand ist mit 1.401 Kronen und 62 Heller nominell gesehen besser als in den letzten Jahren, durch die Inflation sind diese Werte jedoch nicht sehr aussagefähig.
Ausschussmitglied Kofler Anton aus Prutz stellt den Antrag, dass der Löschinspektor jährlich mindestens die Hälfte der Wehren besuchen soll. Dafür sollen die Schauübungen bei den Bezirkstagen entfallen. Die Vertreter des Landes-Feuerwehrverbandes sprechen sich für die Beibehaltung der Schauübungen aus.
Neuwahlen.
1923: 28. Bezirks-Feuerwehrtag in Landeck
Die Herren beklagen die überaus triste Kassensituation und beschließen, den Jahresbeitrag auf 600 Kronen pro Mann zu erhöhen.
Neuwahlen werden abgehalten und für das Obere Inntal wird ein eigener Löschinspektor bestellt.
In einer Ausschusssitzung wird am 16. Dezember 1923 der Mitgliedsbeitrag weiter erhöht. Nämlich auf 3.000 Kronen für das Jahr 1924.
Innerhalb von 4 Jahren wurde damit der Jahresbeitrag von 20 Heller auf 3.000 Kronen pro Mann angehoben. Das entspricht einer Steigerung um 15.000%.
1924: 29. Bezirks-Feuerwehrtag in St. Anton
Aus den Berichten geht hervor, dass im Jahr 1923 die Landesversicherung eine Schadenssumme von 1.400.000.000 Kronen ausbezahlt hat.
Feuerwehrhauptmann Müller aus Landeck stellt den Antrag, für den Bezirk Landeck eine TS anzuschaffen, Löschinspektor Kofler aus Prutz ist dagegen. Aus finanziellen Gründen wird der Antrag abgelehnt.
Bezirksobmann Krißmer fordert die Vertreter der Landesregierung auf, den Gemeinden und Wehren für den Ankauf von Geräten und die Errichtung von Hochdruckleitungen außerordentliche Unterstützungen zu gewähren. Dies soll aber nicht aus dem Landes-Feuerwehrfonds, sondern aus Landesmitteln kommen. In einer Diskussion wird angeregt, dass im Ernstfall eine Gratisbenutzung des Staatstelefons möglich sein sollte.
Neuwahlen.
1925: 30. Bezirks-Feuerwehrtag in Landeck
Abstimmung über einen Antrag, mit dem Landes-Feuerwehrverband eine Telefon-Dauerverbindung aufzunehmen.
Neuwahlen.
1926: 31. Bezirks-Feuerwehrtag in Pians
Anwesend: Delegierte aus 21 Wehren
Der Bezirksverband zählt 1.981 Mitglieder. Die nächtliche Telefon-Dauerverbindung der Gemeinden des Oberen Inntals und des Stanzertals ist geschaffen. Die Benutzung ist gratis, vor einem Missbrauch wird gewarnt, dieser könnte einen Entzug der Begünstigungen nach sich ziehen.
An alle Wehren ergeht ein Aufruf, sie sollen sich 1. Hilfe-Material beschaffen. Grundsätzlich sollen alle Bestellungen über den Bezirksverband laufen, der diese an den Landesverband weiterleitet. Dadurch können bessere Preise erzielt werden. Bei Schläuchen solle unbedingt auf die Einheitskupplung geachtet werden. Man diskutiert darüber, ob ein Löschzug anhand einer Auto-Motorspritze aufgestellt und wo dieser gegebenenfalls stationiert sein soll.
Der Kassastand betrug bei Einnahmen von S 1.505,56 S 644,39.
Neuwahlen.
1927: 32. Bezirks-Feuerwehrtag in Zams
Delegierte aus 27 Wehren sind anwesend.
Die Vertreter der Landesregierung klagen darüber, dass die Italiener es nicht erlauben, dass Nordtiroler Feuerwehren im Ernstfall in Südtirol Hilfe leisten.
Der „Fernzug anhand einer Motorspritze“ ist in Landeck stationiert. Die Versicherungen heben Hydrantengebühren ein. Diese betragen 10% der Nettoprämie für die Feuerversicherung.
1928: 33. Bezirks-Feuerwehrtag in Flirsch
Der Mitgliedsbeitrag an den Bezirksverband wird auf S 1.- pro Mann festgelegt. Der Kassastand beträgt S 1.291,87. Man klagt darüber, dass die Telefon-Dauerverbindung nicht richtig funktioniert. Viel Lob wird über den Brauereiverband gesprochen. Dieser bewilligte wieder die Personenbeförderung mit Brauereifahrzeugen im Brandfalle.
Die Herren Hermann Krißmer, Josef Probst und Anton Kofler werden zu Ehrenmitgliedern des Verbandes ernannt.
Bei den Neuwahlen entschließt man sich, den Obmann und dessen Stellvertreter geheim zu wählen. Schriftführer und Kassier werden vom Obmann bestellt, die übrigen Ausschussmitglieder werden per Akklamation gewählt.
1930: 34. Bezirks-Feuerwehrtag in Grins
Die 35 Wehren des Bezirkes haben einen Mitgliederstand von 2.566 Mann. Die Ausrüstung der Wehren macht gute Fortschritte. Vor 2 Jahren gab es im Bezirk noch 1 TS, heute stehen bereits 14 TS zur Verfügung. Im Bezirk Landeck wird ein Maschinistenkurs abgehalten.
Die Landesregierung ist dagegen, dass die Postverwaltung die Telefon-Dauerverbindung abbauen will.
Bezirkshauptmann Ob.-Reg. Rat Graf Marzani wird zum Ehrenmitglied des BFV ernannt.
1931: 35. Bezirks-Feuerwehrtag in Strengen
Herr Bezirkshauptmann Graf Clarizini wird die Gendarmerie und die Polizei anweisen, bei Brandnachforschungen den Feuerwehrkommandanten beizuziehen.
Löschinspektor Ladner ersucht, einen anderen Inspektor zu bestellen. Der Bezirkstag lehnt dieses Ansuchen ab.
Neuwahlen.



